Standortbestimmung Mit der Inkraftsetzung am 01.01.2007 der vier Verordnungen über die beruflichen Grundbildungen Elektroinstallateur/in EFZ, Elektroplaner/in EFZ, Telematiker/in EFZ und Montage-Elektriker/in EFZ werden die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner verpflichtet eine Standortbestimmung durchzuführen. Dieses Dokument soll sie bei der Umsetzung unterstützen. Erklärungen zur Standortbestimmung 1. Ziel der Standortbestimmung Die Standortbestimmung erfolgt im zweiten Semester und soll bei ungenügenden Leistungen der lernenden Person deren Situation analysieren und Massnahmen einleiten. Ist begründet anzunehmen, dass die lernende Person die Anforderungen der Grundbildung nicht erfüllen kann, ist ein Berufswechsel auf das neue Schuljahr zu diesem Zeitpunkt eventuell noch möglich. Im Lehrbetrieb ist die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner für die Umsetzung der Standortbestimmung verantwortlich. 2. Grundlage der Standortbestimmung Die Standortbestimmung stützt sich auf die Bestimmungen in der Verordnung über die berufliche Grundbildung (BiVo). BiVo, Art. 17 Standortbestimmung 1 Die Standortbestimmung erfolgt im zweiten Semester. 2 Bei ungenügenden Leistungen in der Berufsfachschule (BK und ABU) oder im üK erfolgt zwingend eine schriftliche Mitteilung durch den jeweiligen Bildungsort an die Vertragspartner sowie an die kantonale Behörde. 3 Nach Eingang der Mitteilung veranlasst die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner die notwendigenMassnahmen. Die Vertragsparteien halten getroffene Entscheide und Massnahmen schriftlich fest. 4 Die Wirkung der Massnahmen ist nach der gesetzten Frist durch die Berufsbildnerin oder den Berufsbildner zu überprüfen und im Bildungsbericht festzuhalten. 3. Die Standortbestimmung in der Berufsfachschule BiVo, Art. 16 Dokumentation der Leistungen in der schulischen Bildung Die Anbieter der schulischen Bildung und die Anbieter schulisch organisierter Grundbildungen dokumentieren die Leistungen der Lernenden in den unterrichteten Bereichen und stellen ihnen am Ende jedes Semesters ein Zeugnis aus. Für die Standortbestimmung werden die Noten aus dem Zeugnis des ersten Semesters übernommen. Sind die Durchschnittsnoten im berufskundlichen Unterricht (BK) und/oder im allgemeinbildenden Unterricht (ABU) mindestens genügend ausgefallen (ab Note 4.0), sind keine besonderen Aktivitäten erforderlich. Ist eine oder beide der Durchschnittsnoten jedoch ungenügend, informiert die Berufsfachschule die Vertragspartner (gesetzlicher Vertreter der lernenden Person und Lehrbetrieb) sowie die kantonale Behörde schriftlich. Aufgrund dieser Information leitet die Berufsbildnerin / der Berufbildner die notwendigen Schritte ein. 4. Die Standortbestimmung im überbetrieblichen Kurs (üK) BiVo, Art. 15 Dokumentation der Leistungen in den überbetrieblichen Kursen Die Anbieter überbetrieblicher Kurse dokumentieren während den besuchten Kursen die erbrachten Leistungen der Lernenden. Als Note für die Standortbestimmung wird die Gesamtnote aus dem ersten überbetrieblichen Kurs (üK-1) übernommen. Die Berechnung dieser Gesamtnote erfolgt nach den Vorgaben des VSEIFormulars für die Bewertung in den überbetrieblichen Kursen. Die Bewertung des üK-1 ist innert 30 Tagen nach Beendigung des Kurses den Lernenden zuzustellen. Die Lehrbetriebe erhalten eine Kopie davon. Ist die Gesamtnote mindestens genügend ausgefallen (ab Note 4.0), sind keine besonderen Aktivitäten erforderlich. Andernfalls informiert die üK-Leitung die Vertragspartner (gesetzlicher Vertreter der lernenden Person und Lehrbetrieb) sowie die kantonale Behörde schriftlich. Aufgrund dieser Information leitet die Berufsbildnerin / der Berufbildner die notwendigen Schritte ein. 5. Die Umsetzung der Standortbestimmung im Lehrbetrieb Die lernende Person wird durch die Berufsbildnerin / den Berufbildner gleich zu Beginn der beruflichen Grundbildung über die wesentlichen Bestandteile der Standortbestimmung informiert. Die Standortbestimmung erfolgt durch die Berufsbildnerin / den Berufbildner, sobald die einzelnen Noten des ersten Semesters der Berufsfachschule (BK und ABU) und des ersten überbetrieblichen Kurses (üK-1) bekannt sind. Sind alle drei Noten genügend ausgefallen (ab Note 4.0), gilt die Standortbestimmung grundsätzlich als erfüllt. Ist jedoch eine oder mehrere dieser Noten ungenügend ausgefallen, entscheidet die Berufsbildnerin / der Berufbildner über das weitere Vorgehen. Dieses könnte die folgenden Schritte beinhalten: 1. Besprechen der Situation mit der lernenden Person. Die wichtigsten Punkte werden schriftlich festgehalten. 2. Besprechen der Situation und Erörtern von möglichen Massnahmen mit der zuständigen Lehrperson der Berufsfachschule und/oder des überbetrieblichen Kurses. Die wichtigsten Punkte werden schriftlich festgehalten. 3. Besprechen der Situation mit den Eltern oder dem gesetzlichen Vertreter. Die wichtigsten Punkte werden schriftlich festgehalten. 4. Treffen der Grundsatzentscheidung: Kann die Grundbildung fortgesetzt werden? Ja/nein. Wenn nein: Auflösung des Lehrvertrags beim kantonalen Amt beantragen. Wenn ja: In Absprache mit der zuständigen Lehrperson der Berufsfachschule und/oder des überbetrieblichen Kurses geeignete Massnahmen definieren. 5. Information der lernenden Person und der Eltern zur Fortsetzung/Auflösung des Lehrvertrages. Die Fortsetzung der Grundbildung wird in der Regel an Bedingungen geknüpft: - Betriebsinterne Massnahmen - Stützunterricht - Bereitschaft zur Verhaltensänderung der lernenden Person - Änderungen im sozialen Umfeld der lernenden Person - .......... Die Bedingungen werden schriftlich festgehalten. Die Berufsfachschule, die üK-Leitung und das kantonale Amt erhalten eine Kopie. 6. Nach einer festzulegenden Zeit wird die Wirkung der angeordneten Massnahmen überprüft und im Bildungsbericht festgehalten. Bei Zielerreichung ist der Prozess abgeschlossen. Das kantonale Amt steht beratend zur Verfügung und kann als zuständige Lehraufsicht bei ungenügenden Standortbestimmungen jederzeit Auskunft über die getroffenen Massnahmen und deren Wirkung einholen. Darum ist es hilfreich, wenn die Berufsbildnerin / der Berufbildner alles Wichtige dazu schriftlich dokumentiert. Unabhängig von der Standortbestimmung ist die Berufsbildnerin / der Berufbildner verpflichtet, einen Bildungsbericht zu erstellen. Dieser Bildungsbericht kann als weiteres Element beim Anordnen von Massnahmen bei ungenügenden Standortbestimmungen herangezogen werden. BiVo, Art. 14 Bildungsbericht im Betrieb Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner hält den Bildungsstand in einem Bildungsbericht fest und bespricht diesen mindestens einmal pro Semester mit der lernenden Person. 6. Formular zur Standortbestimmung Formular als PDF zum Herunterlanden im Downloadbereich